[Geplauder] kreatives Schreiben # 2

Hallo ihr Lieben,

vor zwei Wochen habe ich euch von dem VHS Kurs berichtet, den ich jetzt besuche. (Hier könnt ihr das nochmal nachlesen.) Jedenfalls war heute die zweite Stunde. Meine Hausaufgabe, muss ich ja gestehen, habe ich erst am Montag gemacht. Aber auch deswegen, weil ich lange nicht wusste, was ich schreiben soll. In der Stunde hatten wir die Aufgaben zu zufällig ausgewählten Wörter bis zu fünf Sätze zu schreiben, die Wörter waren „oder“, „Größe“, „Seilbahn“, „desto“, „gesteigert“, „lebendigem“ und „ärmer“. Am Ende hatte man fünf Themenblöcke. Aus einem oder allen durften wir dann eine Geschichte schreiben. Ich habe nur einen gewählt. Hier meine Geschichte:

Mein Freund und ich machen Wanderurlaub. Bislang war ich noch nie wandern und bin auch überzeugt, dass es nichts für mich ist. Mein Freund war früher mit seinem Bruder und seinem Onkel immer wandern und sogar klettern. Sein Wunsch war es auch mal mit mir wandern zu gehen. Monatelang habe ich das erfolgreich verhindern können, bis er mir zum Geburtstag eine Woche Halbpension in den Alpen geschenkt hat. Netterweise ein Wellnesshotel, damit ich meinen Körper nach der Tortur pflegen kann. Vor dem Urlaub mussten wir für mich noch Wanderschuhe, Trekkinghose und einen Wanderrucksack kaufen, die Funktionsjacke hatte ich schon. Heute morgen pünktlich um sechs Uhr früh begann pünktlich eine siebenstündige Wandertour. Der Startpunkt war etwas weiter oben, weshalb wir erst einmal mit der Seilbahn hinauffahren mussten. Der Ausblick war atemberaubend, unter uns erstreckte sich ein riesiges Tal, umschlossen von Bergen. Die Sonne schien und erzeugte ein herrliches Glitzern auf dem kleinen See. Verstreut um den See waren einige kleine Häuschen zu erkennen. Nach einer halbstündigen Seilbahnfahrt erreichten wir den den Startpunkt, der ausgeschilderten Wanderroute. Glücklicherweise waren wir heute die einzigen für diese Strecke. Auf die Zweisamkeit freute ich mich, auf das Wandern nicht. Anfangs bestaunte ich noch die Landschaft und genoss die himmlische Ruhe. Aber mittlerweile langweilte ich mich und träume von einem schönen Bad. Wir sind etwa drei Stunden der sieben Stunden unterwegs. Wir haben das Ende der Strecke erreicht, eine Aussichtsplattform, ganz natürlich entstanden. Die Aussicht von hier ist fantastisch. Ich kann das ganze Tal überblicken. Wir sind über den Baumgipfeln, freie Sicht bis zum nächsten Berg. Die Sonne scheint, aber es ist angenehm kühl. Vor dem Rückweg graust es mir schon, denn meine Füße schmerzen tierisch. Aber jetzt machen wir erst einmal eine Pause.

Ich weiß, dass alles noch ausbaufähig ist. Aber ich war mir nie im klaren darüber, dass ich kurze Geschichten schreiben kann. Heute in der Stunde hatte ich schon das Gefühl, dass es leichter ist, sobald ich mich darauf einlasse. 🙂 Während der Stunde sollten wir auch wieder eine Geschichte schreiben. Dafür schrieb unser Sitznachbar fünf Begriffe auf einen Zettel, es sollte eine Person, ein Ort, ein Gegenstand und ein immaterieller Begriff sein. Ich bekam „Bergbauer“, „Schlossruine“, „Messer“ und „Schrei“. Und das habe ich daraus gemacht:

Weit entfernt von Dörfern und Städten lebte ein alter, pensionierter Bergbauer. Er hatte sich eben einer alten Schlossruine eine kleine Hütte gebaut, in der er schon seit zehn Jahren lebte. Über viele Jahre hat er nach getaner Arbeit an der Hütte gebaut. Ein Fundament gelegt, Mauer hochgezogen und verputzt, Fenster eingesetzt und das Dach mit Stroh gedeckt. Als er beim Innenraum beschäftigt war, ereignete sich eine merkwürdige Geschichte, die er einem jeden Gast erzählte.
Einmal, sagte er, als er dabei gewesen sei die Möbel aufzubauen hörte er einen Schrei aus der alten Ruine. Schnell habe er sich ein Messer und eine Lampe geholt und sei hinüber gelaufen. Er suchte das ganze Gelände nach dem Ursprung des Schreis ab. Konnte aber nichts finden. Die Sucherei hatte ihn sehr angestrengt, daher setzte er sich auf einen Mauervorsprung um sich auszuruhen. Nach einigen Minuten beschloss er zurück zur Hütte zu gehen, als er nach Lampe und Messer griff, war es verschwunden. Rund um den Vorsprung suchte er das Messer, konnte es aber nicht finden. Angst packte ihn und er lief schnell zurück. In der Hütte lag sein Messer. Er verstand nicht, wie es dorthin kam. Daraufhin verließ er eilends die Hütte und kehrte für viele Monate nicht zurück. Bis er beschloss, das es Zeit war seine Hütte fertigzustellen. Seitdem lebte er dort glücklich und zufrieden. Nur einmal im Jahr hörte er einen Schrei und das alte Messer klapperte. Aber er beachtet es gar nicht mehr. Das geschähe nun jedes Jahr einmal, sagte er, an jedem 31. Oktober.

Ich finde, dass es schon ganz gut klingt für eine Geschichte, die ich mir aus vier Wörter ausgedacht habe. Und das wir ca. eine halbe Stunde Zeit hatten zum Schreiben. Ich freue mich jetzt schon auf die nächste Stunde. Leider kann ich in zwei Wochen nicht und die vierte Stunde ist erst im November. Aber ich habe genug Zeit meine Hausaufgabe zu machen.

Viele Grüße
Jennifer

Advertisements

Hey, ich würde mich sehr darüber freuen, wenn du einen Kommentar da lässt.

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s