[Interview] mit Kriss Micus

Aktuell lese ich „Gesünder, fitter, Roh!“ von Kriss Micus. Das Buch wurde mir vom Edel Verlag zur Verfügung gestellt. Neben dem Buch gab es auch ein Interview, welches ich euch gerne zeigen möchte.

Kriss Micus über die schwere Eingewöhnungszeit der Ernährungsumstellung, das Vorbeugen von Krankheiten, glänzende Haare und reine Haut, über Gelüste auf Süßes und ihren wöchentlichen Cheat-Day.

Wann und warum haben Sie angefangen, sich roh zu ernähren? Erzählen Sie bitte von Ihren Beweggründen, Ihre Ernährung so radikal umzustellen.

Ich habe schon immer auf eine gesunde Ernährung geachtet, bin in einem vegetarischen Elternhaus aufgewachsen und habe mich die letzten Jahre vegan ernährt. Meine Gründe sind die gesundheitlichen Vorteile, die eine Ernährung ohne tierische Produkte hat, und meine Tierliebe.
Der Schritt zur Rohkost hatte dann eine gesundheitliche Ursache. Ich litt an einer Schilddrüsenunterfunktion, vermutlich ausgelöst durch meinen übermäßigen Soja-Konsum. Um nicht dauerhaft Medikamente nehmen zu müssen, entschied ich mich, mehr aus einer Laune heraus, die Krankheit mit Rohkost zu bekämpfen. Es hat geklappt!

Eine Ernährungsumstellung fällt nie leicht. Respekt, dass Sie jetzt schon so lang durchhalten. Wie erging es Ihnen in den ersten Tagen und Wochen?

Die ersten Tage und Wochen waren enorm schwer. Ich hatte es mir leichter vorgestellt, einfach nur Obst und Salat zu essen. Doch Rohkost erfordert viel Planung und in der ersten Zeit vor allem Disziplin. Man muss sich mit dem Gedanken anfreunden, dass der Körper wirklich eine komplette Umstellung durchmacht und ihm Zeit lassen, sich daran zu gewöhnen. Am Anfang fühlt man sich deshalb nicht immer gut. Ich hatte Kopfschmerzen, Bauchkrämpfe, Schwindel und immer Hunger.

Wo liegen Ihrer Meinung nach die Vorteile rohen Ernährung?

Rohkost ist gesund. Man fühlt sich immer fit, ist energiegeladen und der Körper wird optimal versorgt. Die Haut ist rein und fest. Die Haare glänzen. Man kann sicher sein, Krankheiten optimal vorzubeugen. Zudem ist Rohkost einfach. Für beruflich eingespannte Menschen wie mich und Kochmuffel ist sie ideal. Man hat wenig Arbeit.

Gibt es bei ausschließlich roher Ernährung evtl. auch Nachteile oder Mangelerscheinungen, auf die es zu achten oder die es auszugleichen gilt?

Man muss gerade bei der veganen Rohkost auf eine ausreichende Vitamin B12- Zufuhr achten, da dieses Vitamin hauptsächlich in tierischen Nahrungsmitteln zu finden ist und der Körper es nicht selbst produziert.

Für viele ist Rohkost nicht nur das neue Vegan, sie sehen in roher Ernährung auch eine Steigerung zur veganen Ernährung und verzichten daher beispielsweise auch auf rohes Fleisch oder rohen Fisch. Wie definieren Sie Ihre rohköstliche Ernährung?

Jeder muss selbst ausprobieren, ob eine rohköstliche Lebensweise das richtige für ihn ist. Ich selbst habe mich nach dem Jahr dafür entschieden, mindestens zu 80% roh zu essen. Obwohl ich anfangs starke Gelüste nach rohem Fisch hatte, habe ich mich für eine vegane Rohkost entschieden. Die Meere sind leergefischt und rohes Fleisch möchte ich sowieso nicht essen. Ich ergänze Rohkost mit Getreide und gekochtem Gemüse.

Was darf dann beispielsweise gegessen werden und was nicht?

Es darf alles gegessen werden, was nicht über 42 Grad erhitzt wurde, in meinem Fall außerdem nichts Tierisches.

Bei einigen Nahrungsmitteln gibt es ohne Hitzebehandlung sicherlich Probleme mit Keimen, auch wenn sie grundsätzlich roh bekömmlich für den menschlichen Organismus sind. Was sollte man hier beachten?

Da ich kein rohes Fleisch, keinen Fisch und keine Eier esse, muss ich mir wenig Sorgen darüber machen. Ich kaufe nahezu ausschließlich Bio und achte darauf, Gemüse und Obst gründlich zu reinigen.

Wie streng sind Sie mit sich selbst, was Ihre Ernährung angeht? Machen Sie auch mal Ausnahmen von rohköstlicher Ernährung?

In dem einen Jahr habe ich mir einen wöchentlichen “Cheat Day” gegönnt, das heißt, einen Tag, an dem ich etwas nicht rohes, aber dennoch veganes esse. Das war dann zum Beispiel gekochter Brokkoli mit Couscous oder auch mal ein Stück Tofu. Mittlerweile ernähre ich mich jeden Tag mindestens zu 80% roh, das heißt aber nur, dass ich ab und zu mal eine Suppe oder eine nicht rohe Beilage wie Couscous zum Salat nehme. Die meisten Tage esse ich trotzdem nur Rohkost, weil ich es lieber mag und es mir besser bekommt. Ich fühle mich einfach wohler.

Wie sieht ein alltäglicher Speiseplan in Ihrem Leben aus?

Grundsätzlich viel frisches Obst und Gemüse, ein paar Nüsse und Sprossen. Üblicherweise esse ich morgens frisches Obst oder trinke einen großen Smoothie aus Obst und Gemüse. Mittags gibt‘s einen großen Salat und abends frische Zucchini-Nudeln mit Rohkost-Crackern.

Wie kompliziert oder unkompliziert gestaltet sich ein Alltag als Rohköstler? Abendessen beim Italiener mit den Eltern, Lunch mit Kollegen, Kaffee mit der besten Freundin?

Bis auf den Kaffee mit der Freundin habe ich hier nie Probleme. In jedem Restaurant gibt es Salat und man kann immer ein paar Sonderwünsche äußern. Zudem habe ich immer Trockenfrüchte, Rohkostriegel und einen Apfel oder eine Banane dabei. Ich komme wunderbar zurecht.

Fühlen Sie sich und Ihre Ernährungsweise mehrheitlich akzeptiert bzw. bewundert oder stoßen Sie auch auf Unverständnis?

Es ist nicht ungewöhnlich, wenn jemand im Restaurant einen Salat bestellt. Da kommen keine Nachfragen. Und wenn, dann zeigen die meisten Menschen großes Interesse, manche sind auch verwundert und belächeln meine Ernährungsform. Aber wenn ich ihnen von den großen gesundheitlichen Vorteilen erzähle, schlägt das schnell um und ich merke, dass sie nachdenklich werden und überlegen, ob Rohkost ihnen auch helfen könnte: bei vorhandenen Krankheiten, aber auch bei Müdigkeit und wenig Vitalität.

Wie ernst nehmen Sie Kritik an roher Ernährung von Seiten der Wissenschaft?

Nach meiner Erfahrung und den Informationen, die ich aus weltweiten Studien gesammelt habe, ist es für mich die beste und gesündeste Ernährungsweise. Ich werde wohl mein Leben lang roh essen – mit Ausnahmen, denn ich bin nicht verbissen.

Wie sieht Ihr Leben in der Küche heutzutage aus? Herd, Mikrowelle und Backofen kommen ja nun nicht mehr zum Einsatz…

Gerade bin ich in eine neue Wohnung nach Frankfurt gezogen, die noch gar keine Küche hat. Aber in meiner Planung wird es keinen Herd, Backofen oder eine Mikrowelle geben, nur einen Kühlschrank, meinen Mixer und einen Dörrautomaten.

Wie steht es mit Süßigkeiten oder gibt es andere typische Zwischendurch-Naschereien für Rohköstler? Was haben Sie immer dabei?

Datteln. Ich liebe getrocknete Datteln über alles, sie helfen bei den Gelüsten auf Süßes und sind leicht dabei zu haben.

Hand aufs Herz: Was vermissen Sie am meisten? Gibt es eine ehemalige Leibspeise, die sie gern mal wieder essen würden?

Popcorn. Ich liebe frisch gemachtes Popcorn. Allerdings nicht das süße Zuckerzeug, das es im Kino gibt, sondern selbstgemachtes mit Olivenöl und Kräutersalz. Das Jahr darauf zu verzichten ist mir wirklich schwer gefallen. Aber nun gönne ich mir ein oder zwei Mal im Monat eine Riesentüte.

Haben Sie Veränderungen festgestellt, seitdem Sie sich roh ernähren? Physisch und psychisch?

Oh ja, ich bin fitter und energiegeladener, meine Blutwerte sind top und ich werde weniger krank – auch nicht im Winter, trotz Großraumbüro.

Nach all den positiven Erfahrungen, die Sie bisher mit roher Ernährung gemacht haben: Gedenken Sie, diese bis ins hohe Alter fortzusetzen?

Ja, das ist für mich absolut sicher! Ich glaube, dass ich damit erfolgreich Krankheiten vorbeuge und innerlich und äußerlich länger jung bleiben kann.

Über die Autorin:

Kriss Kriss Micus wurde 1987 in Düsseldorf geboren. Sie hat in Bayreuth Ökonomie studiert, in Dublin gelebt und arbeitet heute als Consultant in Frankfurt. Bevor sie sich für die Rohkost begeisterte, ernährte sie sich bereits viele Jahre vegan.

Ich bin schon sehr gespannt auf dieses Buch. Ich interessiere mich sehr für die vegane Ernährung, auch wenn ich es persönlich noch nicht schaffe diese zu hundertprozent durchzuziehen und nun setze ich mich auch gerne mit dem Rohkost-Gedanken auseinander. Die Rezi gibt es dann natürlich in den kommenden Tagen. Wer sich schon näher mit dem Buch auseinander setzten möchte findet hier den Weg zum Verlag.

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